Übergabe des Kult(o)urnacht-Talers 2025
Am Mittwoch, den 6. August 2025, fand im Sitzungssaal des Rathauses die feierliche Übergabe des diesjährigen Kult(o)urnacht-Talers statt. Dafür kamen noch ein letztes Mal vor Beginn der Kult(o)urnacht 2025 alle Vertreter der einzelnen Stationen zusammen.
Der Kult(o)urnacht-Taler wird in diesem Jahr von der Stadt Heiligenhafen gestiftet. Insgesamt 500 Taler wurden angefertigt, 400 davon stellt die Stadt Heiligenhafen zur Verfügung, weitere 100 spendet der Tourismus-Service Heiligenhafen. Traditionell wurden die Taler in liebevoller Handarbeit von Cornelia Scheefeld gefertigt. „Es ist wunderschön zu sehen, wie viel Herzblut auch nach all den Jahren noch in der Kult(o)urnacht steckt und das bei allen Beteiligten“, so Scheefeld. Ein besonderes Detail der diesjährigen Edition ist das filigrane Stadtsiegel aus dem Jahr 1355, dass den Taler ziert. „Um das Siegel originalgetreu nachbilden zu können, war eine intensive Recherche notwendig. Die Vorlage dafür wurde am Ende in den Archivunterlagen der Hansestadt Lübeck gefunden“, erklärt Bürgermeister Kuno Brandt.
Wer am 30. August zur Kult(o)urnacht mindestens zehn der insgesamt 17 Stationen besucht und fleißig Stempel gesammelt hat, kann sich ab Mitternacht im Rathaus seinen Taler abholen. Für alle Gäste die vor 0 Uhr bereits eine Erinnerung mitnehmen möchten, gibt es an der Station des Tourismus-Service Heiligenhafen die beliebten Kult(o)urnacht-Buttons.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Spendenprojekts steht ein außergewöhnliches Stück Heiligenhafener Geschichte. Eine kunstvoll bestickte chinesische Seidenfahne, die Ende des 19. Jahrhunderts dem Kapitän Rudolf Massmann als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung überreicht wurde. Während einer Fahrt vor der chinesischen Küste rettete Kapitän Massmann sechs Mandarine, hohe Beamte des Kaiserreichs, aus Seenot. Als Dank erhielt er eine handgefertigte Seidenfahne mit aufwändiger Inschrift, die seinem Schiff „Ingraban“ fortan besonderen Schutz in chinesischen Gewässern gewährte. Da Seidentextilien äußerst empfindlich sind, entspricht die bisherige Präsentation der Fahne nicht den konservatorischen Standards und gefährdet ihren langfristigen Erhalt. Ziel der diesjährigen Kult(o)urnacht ist es daher, Spenden für die Restaurierung und eine künftig angemessene Ausstellung zu sammeln.